Rollenspiel in Aachen
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Autor Thema: D&D Schuld an Amoklauf?  (Gelesen 735 mal)
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Scorpio
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« am: 17.Februar 2010, 14:23:04 »

Die Medienmaschine geht wieder los! Sobald man irgendwas, das nicht "normal" ist (also weder etwas mit Fussball noch mit Alkohol zu tun hat) bei irgendjemanden findet, der ein Verbrechen begangen hat, wird dieses Objekt zum Grund für die Tat oder zumindest als verstärkend genannt.

Nach dem letzten Amoklauf in den USA wird nun wieder in Richtung Rollenspiele geschossen.
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PurpleTentacle
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« Antworten #1 am: 17.Februar 2010, 14:56:42 »

Großartig, wenns nicht so traurig wäre.
Warum trifft es immer Comics, Metal, RPGs, Splatterfilme und Computerspiele? Wenn jetzt Gitarrespielen auch noch schuld ist, darf ich bald garnix mehr machen.  Augen rollen
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Froschi
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« Antworten #2 am: 17.Februar 2010, 15:49:48 »

Splatterfilme sind schuld Zunge

Hm, ich will D&D spielen. Bin ich jetzt auch gefährdet? Schließlich esse ich auch schon Brot O.o Das tun über 95% aller Amokläufer auch!
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Ina
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just 1337 and medivial ;)


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« Antworten #3 am: 17.Februar 2010, 16:19:27 »

Ihr könnt das ja gar nicht beurteilen... schließlich ist eure Seele längst schon von dem Dämon verspeist worden, der den kleinen armen Kindern aus Gutbürgerlicher Erziehung in die Ohren flüstert, doch ihre Schule anzugreifen oder ihre Arbeit. So siehts doch aus! Für euch erscheint das alles schon normal und ungefärlich, aber nur weil ihr unbedingt lernen müsst, die Stimmen des Dämons mit der Wahrheit des auf dem Gebiet bewanderteren Laien zu unterscheiden! Ihr müsst den Dämon bekämpfen!
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Scorpio
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« Antworten #4 am: 17.Februar 2010, 16:55:13 »

Die Begründung für die Schuldzuweisung ist recht simpel. Wenn "neue Medien" *hüstel* wie Rollenspiele, Comics, Metal, VHS-Kassetten (!) irgendwo auftauchen, dann sind die für einen guten Teil der Bevölkerung einfach neu und werden nicht verstanden. Menschen fürchten und misstrauen dem, was sie nicht kennen. Die ganze Debatte um Medienwirkung wurde niemals fundiert, sondern immer nur emotional geführt. Es ist halt einfacher auf Videospiele zu zeigen, in denen geschossen wird, um dann zu sagen: "Das war schuld!" Damit wird die Verarbeitung einer Gewalttat einfacher fassbar, man hat ein Feindbild, auf das man seine Emotionen entladen kann.

Das geht schon immer. Die Bundesprüfstelle für jugengefährdende Schriften (heute Medien), wurde damals gegründet, als einigen Leuten hierzulande das Buch "Seduction of the Innocent" in die Hände fiel. Darin wurde die Gefährlichkeit von Comics beschrieben, die zu Freidenkertum und Homosexualität (Batman und Robin als explizites Beispiel, da sie sich in engen Hosen immer breitbeinig hinstellen) anregen. In Amerika wurde deswegen der Comic Code eingeführt, der über Jahrzehnte nur absolut harmlose und kindergerechte Comics erlaubte.

Seitdem wurde der deutsche Jugendschutz aka das Zensursystem immer nur verschärft (mit der Ausnahme 2003, dass Medien mit Altersfreigabe nicht mehr indiziert werden können; das war tatsächlich die EINZIGE Entschärfung) und das immer trotzt anderslautender Fachsitzungen, in denen immer festgestellt wurde, dass die bestehenden Gesetze ausreichen, aber nicht genug kontrolliert werden. Dennoch benutzen Politiker das immer als Möglichkeit energisch gegen solchen "Schund und Schmutz" vorzugehen.

Mein Lieblingszitat dazu kommt von Armin Laschet, dem NRW-Minister für Jugend, Bildung, etc. "Es ist eine große Leistung des deutschen Jugendschutzes, dass viele Spiele, die nur für Erwachsene gedacht sind, in Deutschland gar nicht mehr erscheinen."
Armin Laschet ist der deutsche Politiker, der sich am stärksten für Videospiele einsetzt. Aber diese Aussage sagt bereits so viel über das dt. System aus, das ich es einfach zu gerne bringe.
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Gasbow
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« Antworten #5 am: 17.Februar 2010, 17:24:04 »

Ich bin ja dafür diese Sittenverderbende Negermusik, auch bekannt als Jazz zu verbieten  Zunge
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Troll47
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« Antworten #6 am: 17.Februar 2010, 20:24:17 »

Ich bin dafuer, dass wir die Nachrichten wieder anfangen zu zensieren!
Die stellen mindestens so brutalen Sachverhalt da wie D&D und das jeden Tag rund um die Uhr.
Die armen Kinder  Traurig
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Froschi
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« Antworten #7 am: 18.Februar 2010, 12:17:58 »

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bundesministerium für Propaganda, welches 1945 offiziell aufgelöst wurde, hat ihre Diskussion gespeichert und verfolgt. Wir bedauern diesen Angriff auf ihre Privatsphäre, sehen und jedoch zum Schutze der Öffentlichkeit vor ihren Aussagen, welche denen unserer Regierung widersprechen, dazu gezwungen.

Bitte verlassen sie nicht ihre Wohnung, bis unsere leider nur mittelmäßig qualifizierten Informationstechnologien mithilfe eines innovativen Ntzwerkidentifikationssystems (auch bekannt als IP) ihren genauen Standort ermittelt haben. Bitte ergreifen sie in dieser Zeit keine Selbstverteidigungsmaßnahmen. Bitte vermeiden sie in dieser Zeit jedwedes Nachdenken.

Wir fordern sie weiterhin auf, ihre Beiträge zu editieren, so dass die Öffentlichkeit darauf keinen Zugriff mehr hat. Erwünscht ist die Formulierung "Wir danken unserem Staat, dass er uns vor Gewalt und Feindpropaganda beschützt". Die Zensurbehörden verfügen leider nicht über ausreichendes technisches Wissen dazu, so dass wir gezwungen sind, sie zu diesem Mehraufwand aufzufordern.

Mit freundlichen Grüßen,

Big Brother
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Scorpio
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« Antworten #8 am: 02.März 2010, 14:19:54 »

Die Kollegen von Schnittberichte.com haben mal einen Überblick über die Indizierungen des Jahres 2009 gegeben.

Interessante Statistiken! Die Chance auf eine Nichtindizierung bei Antrag liegt bei 4,9% insgesamt.
Auffälliger finde ich das Verhältnis von etablierten Printmedien zu Videospielen und Online-Angeboten...
Printmedien 17 Anträge, 10 Indizierungen = Quote 58%
Online 248 Anträge 248 Indizierungen = Quote 100%
Videospiele 53 Anträge, 52 Indizierungen = Quote 98%

Hier könnte man wieder sehr gekonnt argumentieren. Die "neuen Medien" sind nicht nur so schlimm, dass viele Anträge gestellt wurden, sondern auch, dass allen davon stattgegeben wurde. Damit wird eine Zirkelargumentation in Gang gesetzt. "Neue Medien" sind offensichtlich schlimmer als etablierte, was deren Darstellung in der Öffentlichkeit weiter negativ belegt, wodurch mehr Anträge gestellt werden, was wiederum...
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Froschi
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« Antworten #9 am: 03.März 2010, 10:34:04 »

Eine gewisse Paranoia hast du aber schon aufgebaut, oder? ^^
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Scorpio
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« Antworten #10 am: 03.März 2010, 12:41:11 »

Wenn ich das nicht mit Zahlen und Zitaten belegen könnte, würde ich es nicht schreiben.

Es gibt bei den deutschen "Jugendschutzbehörden" eine klare "Schund und Schmutz"-Einstellung gegenüber "neuen Medien". Als man die Chefin der BPjM letztes oder vorletztes Jahr fragte, wie sie zu den Altersfreigaben von Modern Warfare, GTA IV und Halo 3 steht, hat sie gesagt, dass ihr diese Spiele nicht bekannt seien. Das waren die drei am meisten verkauften Spiele des Jahres, wobei GTA IV es sogar in die Feuilletons der großen Zeitungen geschafft hat, wo das Spiel einhellig gelobt wurde. Von der Wirkung der Spiele auf den ganzen Markt mal ganz zu schweigen.

Die Frau ist an jeder Entscheidung der BPjM beteiligt. Wie soll sie ein Spiel in einen Kontext einordnen können, wenn sie nicht mal die größten Vertreter der Genres kennt?

Naja, in 30 Jahren schimpfe ich dann bestimmt mit über die verdammten Spiele die man mit dem Gehirn über Cyberware steuert und welche die Jugend verblöden. Das war bei uns damals alles GANZ anders...  Grinsend
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