So, trotz schnatternden Anglistik-Studentinnen die die Veranstaltung konstant mit einem ärgerlichen weißen Rauschen unterlegt hatten, war es ziemlich interessant. Weinreich hat sehr umfangreiche Kenntnisse des Bereichs Phantastik und hat auch einen sehr interessanten Vortrag gehalten, der über die Unterschiede/Gemeinsamkeiten von Sci-Fi/Fantasy, Sagen, Mythen, über die Twillight-Saga bis hin zu Rollenspielen und deren Wirkung auf die heutige Phantastik enorm viel enthielt. Auch wenn die Form eines vorzulesenden Textes über sechzig Minuten ohne visuelle Unterstützung oder freie Sprache oder Fragen ans Plenum sicher auch zur Unruhe beigetragen hat.
Ein paar Punkte, die vor allem bei mir hängen geblieben sind
- Bei der Analyse des Herrn der Ringe hat er festgestellt, dass grob 1/3 des Textes nur Beschreibungen sind, die nichts zur Handlung beitragen, sondern nur als Farbe dienen.
- Laut seiner Schätzung sind rund 3/4 aller heutigen Phantastik-Autoren durch Spiele, vor allem Rollenspiele zum Schreiben gekommen. Er lobte, dass dort jeder seine Geschichte erleben könnte und man gemeinsam die Handlung entwickelt, so dass sich selbst aus zwei grundlegenden Abläufen, die unterschiedlichen Leitern vorliegen völlig unterschiedliche Stories ergeben könnten. Auch das die Autoren nach wie vor Kontakt zur Spielerbasis halten und sich dort wiederum neue Ideen holen fand er erwähnenswert. Die meisten Leute, die heute zur Phantastik fänden, würden dies über Spiele tun (wohl vor allem Videospiele).
- Er hatte auch keine Antwort darauf, wieso die Phantastik einen derart schlechten Ruf in der deutschen Literaturszene hat.
- Das Steampunk vor allem deutsche Sache sein soll, halte ich eher für diskusionswürdig bis falsch...

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